Wohnen für Menschen mit Demenz - St. Johannisstift Paderborn

 
 

Der Leitgedanke

Sichtbares Gefüge wird nachvollziehbar. Das Gefühl von Geborgenheit entsteht nicht nur durch behütet sein, sondern auch durch die Empfindung und den Nachvollzug von Ordnung, die sichtbar und spürbar ist.

Eine klare und starke Grundstruktur gibt dem Freiraum Ordnung und Überschaubarkeit, die Orientierung im Garten wird dadurch unterstützt. Warme Farben und sensibel ausgewählte und platzierte Materialien vermitteln Geborgenheit, Ängste können so reduziert werden. Die Unterteilung der Außenraumgestaltung in verschiedene Sinnesbereiche wirkt anregend und gibt Impulse zur individuellen Erinnerung. Die besondere Pflanzenauswahl, die den Wechsel der Jahreszeiten verdeutlicht, stützt die zeitliche Orientierung der Menschen mit Demenz.

Der Sinnesgarten im Süden
Auf der Südseite des Gebäudes lädt ein Sinnesgarten zu Erfahrungen der verschiedenen Sinneswahrnehmungen ein. Die Grundstruktur des Gartens bilden der großzügige Aufenthalts- und Feierplatz und die mäandrierende Hauptwegeschleife. Die daran angrenzenden Flächen sind durch 'Stege' klar und nachvollziehbar in stimmungsvolle Gartenbereiche zur Anregung der verschiedenen Sinne untergliedert. Die einzelnen Sinnesbereiche werden durch eine entsprechende Pflanzenauswahl unterstützt - bunte Blumen, haptisch interessantes Blattwerk, duftende Pflanzen und Kräuter, Gemüse und Beeren zum Ernten und Essen - die Bandbreite für Sinneseindrücke ist groß und gibt gleichzeitig Sicherheit und Vertrautheit. Einzeln eingestellte Obstbäume und ein Bachlauf vom Quellstein bis zum Teich sorgen für ein ansprechendes Ambiente.

Der Innenhof der Aktion - der Küchengarten
Drei mögliche Arbeitsinseln schaffen hier Angebote zum Riechen, Schmecken, Ernten und Verarbeiten. Hierzu wurde ein spezieller Arbeitstisch mit integriertem Kräuterbeet entwickelt, der auf die besonderen Erfordernisse von Rollstuhlfahrern zugeschnitten ist.

Der Innenhof der Ruhe und Geborgenheit
Der östliche Innenhof, der im besonderen Blickfeld der Galerien in den Obergeschossen des Gebäudes liegt, ist als ganzjährig attraktives Bild gestaltet. Für die Bewohner bietet sich in dem eher verschatteten Innenhof zudem eine Sitzterrasse für die heißen Sommertage sowie Anreize um aktiv zu werden wie der Plätscherbrunnen mit seinem breiten Sitzrand.

Realisierung 2007 - 2009