Sanierung von Kaskadenanlagen als Teil der romantischen Wasserspiele des Bergparks Wilhelmshöhe

 
 
Peneuskaskade mit Aquädukt

Das Wasser und dessen Inszenierung in den Wasserkünsten ist ein markanter Bestandteil des historischen Bergpark Wilhelmshöhe. Die Wasserkünste des Parks sind 2013 als einmaliges Beispiel monumentaler Wasserbaukunst des europäischen Absolutismus in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden. Im Zuge der weitreichenden Sanierungsarbeiten der Wasserwege des Parks wurden auch Instandsetzungen an den Kaskaden zwischen Aquädukt und Fontänenteich sowie im Bereich des Schlossteiches (Lac) erforderlich. Diese natürlich anmutenden Wasserstürze sind im Zuge der Umgestaltung des Parks im Sinne des englischen Landschaftsgartens ab 1785 unter Landgraf Wilhelm IX (später Kurfürst Wilhelm I) entstanden. Die Arbeiten an der Peneuskaskade unterhalb des Aquädukts begann bereits 1786/90, somit gehörten sie zu den ersten gemeinsamen Arbeiten des damaligen Bauinspektors Heinrich Christoph Jussow und des Brunneninspektors Karl Steinhofer.

Aufgrund hydraulischer Belastungen während der Wasserspiele und durch die Verwendung ungeeigneter Materialien bei früheren Sanierungen wurden die Kaskaden teilweise unterspült und undicht. Zur dauerhaften Erhaltung der Anlagen wurde deren Sanierung notwendig. Grundsätzlich wird für alle Teilbereiche eine behutsame Sanierung im Bestand angestrebt. Notwendige technische Veränderungen erfolgen entsprechend der historischen Gegebenheiten in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Fachpersonal des Parks. Im Rahmen der Baumaßnahmen wurden Betonfundamente entfernt und die Tonabdichtungen instand gesetzt. Das ursprünglich intendierte Bild der Kaskaden und des sorgfältig geplanten Wasserflusses über die Steinformationen, wie es auf altem Bildmaterial und Plänen zu erkennen ist, war im Zuge der früheren Sanierungen nicht mehr überall gegeben. Diesem Bild soll durch die behutsamen baulichen Veränderungen wieder näher gekommen werden.

Zunächst erfolgte die Instandsetzung der Peneuskaskaden unterhalb des Aquädukts (kooperative Planung mit dem Büro TerraAqua 2007, Bauleitung Büro TerraAqua 2008-2011). Zwischen 2010 und 2012 wurden weitere Kaskaden unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe im Bereich der Seearme, wie das so genannte "Schneiders Brückchen", die "Seearmkaskade" und die "Nordkaskade an der Roseninsel" instandgesetzt. Die Jussowtempelkaskade mit Brücke, die den Abschluss der Kaskaden in den Fontänenteich bildet, wurde 2013 saniert. Die Sicherung und Instandsetzung der Kaskade im Höllenteich und weiterer Kaskaden am Lac (Kaskade kleiner Lac, Südkaskade Roseninsel) wurden in den Jahren 2015 bzw. 2016 abgeschlossen. Seit 2016 erfolgen Voruntersuchungen zur Instandsetzung des Neuen Wasserfalls.